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L'arte del tessere, formella della Bottega di Andrea Pisano - Campanile del Duomo di Firenze, 14. Jahrhundert. Quelle
L'arte del tessere, formella della Bottega di Andrea Pisano - Campanile del Duomo di Firenze, 14. Jahrhundert. Quelle
«Jetzt wird die gesponnene Lana Penna fast allgemein gestrickt», schreibt Jolowicz 1861. Und fügt an: «Es scheint aber nicht, daß die Alten dieses Verfahren kannten; die Kleider, welche sie daraus gefertigt haben, müssen gewebt gewesen sein.»

Immer wieder finden wir in der Literatur Berichte über Gewebe aus Muschelseide. Erhalten ist wenig davon. Das Natural History Museum in London besitzt ein gewobenes Fragment: «small fragment of twill-woven fabric with felt backing», dessen Webart jedoch noch nicht näher untersucht werden konnte.
  • Im Krünitz von 1805 wird von schönen, gewobenen Stoffen berichtet, an Ausstellungen werden sie bewundert. So beispielsweise in Paris 1801 «drap de pinne marine, gilets en vigogne et pinne-marine» (Holcroft 1804), im Jahr 1806 «tissus fabriqués avec la laine de ce coquillage», und 1855 «drap bleu Marie-Louise, mélangé de laine d'Allemagne et de pinne marine».
  • Auch an einer Warenausstellung in Aachen wurde 1813 Muschelseidetuch gezeigt: «par kurze Stückcher blau u. Grün mit Pinne Marine melirt» (Lenzmann an Scheibler, Brief vom 14.8.1813). Ob es sich dabei wirklich um Muschelseide handelt, oder um eine gleichnamige Nachahmung, ist noch unklar.
  • De Simone (1867) spricht ebenfalls von gewobenem Tuch, das aus einem mit Muschelseide gemischten Garn hergestellt wird: «Si mescola alla seta nella filatura, quando vuolsi lavorare al telaio per drappo.»


In Sardinien, im Atelier von Italo Diana in Sant’Antìoco wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts nicht nur Wolle und Leinen gewoben. Margherita Raspa, eine ehemalige Schülerin von Diana, erinnert sich: «Ich habe eine Decke aus Muschelseide gewoben, die in Venedig den ersten Preis gewann: Sie war ganz aus Muschelseide, die ich selber gesponnen und gewoben hatte.» (Flore 2004) «Si fecero anche stoffe confezionate esclusivamente col bisso, ma con una tecnica tutta particolare, a disegni leggerissimi, sempre ispirati ai motivi ornamentali caratteristici del tessuto d'arte sarda», schreibt Zanetti (1964), und zwar auf den nicht nur in Sardinien üblichen Webstühlen: «La tessitura ... si è sempre fatta coi soliti telai artigiani, analoghi a quelli tuttora in uso anche nei villagi del continente.»

«Jetzt wird die gesponnene Lana Penna fast allgemein gestrickt», schreibt Jolowicz 1861. Und fügt an: «Es scheint aber nicht, daß die Alten dieses Verfahren kannten; die Kleider, welche sie daraus gefertigt haben, müssen gewebt gewesen sein.»