Pelz - a pelliccia

Skizze der Verarbeitung von Faserbärten zu Pelz.  Mastrocinque 1928
Skizze der Verarbeitung von Faserbärten zu Pelz.
Mastrocinque 1928
Die Verarbeitung von gereinigten und gekämmten Faserbärten zu einer Art Pelz – a pelliccia – geht auf das 19. Jahrhundert zurück. Sie entstand in Tarent.

Mastrocinque
schreibt 1928 darüber und erwähnt einen Muff aus dem Waisenhaus Santa Filomena in Lecce, der 1853 an der Esposizione di Napoli mit einer Goldmedaille ausgezeichnet wurde. In seiner Schrift finden wir eine Zeichnung des Arbeitsprozesses und mehrere Farbbilder solcher Pelzobjekte.

Basso-Arnoux beschreibt 1916 ausführlich die Herstellung eines solchen Pelzes und fügt Zeichnungen der dafür notwendigen Instrumente bei. Dabei werden ganze gereinigte und gekämmte Faserbärte, bei denen die Fussreste nicht vollständig abgeschnitten wurden, von unten nach oben auf ein Untergewebe genäht, eng nebeneinander und überlappend. Bei dieser Verarbeitungsart kommt der goldene Glanz der Muschelseide ganz besonders schön zur Geltung.


Kragen a pelliccia (Verbleib unbekannt). Mastrocinque 1928
Kragen a pelliccia (Verbleib unbekannt). Mastrocinque 1928
Aus dieser Art Pelz wurden Muffs, Täschchen, Kragen und Manschetten, Mützen hergestellt.

Gereinigte, gekämmte Faserbärte wurden auch zu Passementerien, Kordelabschlüssen und Schmuckstücken verarbeitet.