Gestricktes Fragment

18. Jh., Herkunft unbekannt. CH-Neuchâtel, Muséum d’Histoire naturelle (MS-Inventar 9)

Muschelseide rechts gestrickt, ca 3,2 x 4,6 cm, Umschlag links 7 mm, sonst Schnittkanten

Das Fragment ist mit der rechten Seite auf eine Unterlage geklebt (5,3 x 5,7 cm). Darauf ist handschriftlich vermerkt: «Tissu fabriqué avec le byssus soyeux d’un Jambonneau ou Pinne marine, M. le Gen.l de Meuron».


Die Geschichte dieses Fragments ist rätselhaft. Das Cabinet d'histoire naturelle von Général Charles D. de Meuron (1736-1806) bildet den Grundstock des Musée d'Ethnographie und des Muséum d'histoire naturelle in Neuchâtel. In einem Katalog aus dem späten 18. Jahrhundert über dieses Cabinet ist dieses Fragment beschrieben als «Morceau d’amadou des hottentots proven[an]t d'une plante, imitant un bas». Wurden da verschiedene Objekte verwechselt? Aus Amadou (Zunderschwamm Fomes fomentarius) werden tatsächlich Textilien hergestellt, allerdings kaum gestrickte. Im gleichen Katalog ist unter den Muscheln (bivalves) auch eine Pinne marine aufgeführt. Möglich also, dass das Fragment und die Muschel in der Sammlung zusammengehörten.

In einer Publikation des Muséum d'histoire naturelle de Neuchâtel von 1985 ist das Fragment abgebildet, zusammen mit dem Damenhandschuh (MS-Inventar 8), einer Steckmuschel und einem Faserbart: «Le petit échantillon de tissu provient des Antilles: c'est un des plus anciennes pièces du Musée puisqu'elle fut collectée en 1758 par Charles-Daniel de Meuron, alors jeune officier de la marine royale française.» Es ist aber anzunehmen, dass das Fragment aus Europa stammt.


Quellen: Dufour & Haenni 1985, Kaehr 2000




Gestricktes Fragment
Fragment gestrickt, 18. Jh., Herkunft unbekannt. CH-Neuchâtel, Muséum d’Histoire naturelle (MS-Inventar 9)